PMS-Blähungen: Warum dein Bauch vor der Periode aufgebläht ist

5 Min. Lesezeit

Der Hosenknopf lässt sich kaum noch schließen, dabei hast du in den letzten Tagen nichts anders gegessen als sonst. Der Bauch bläht sich auf, scheinbar ohne Grund, und das Gefühl von Schwere kann sich über mehrere Tage ziehen. Dahinter stecken ganz reale hormonelle Vorgänge in deinem Körper, es liegt also nicht an dir oder an mangelnder Selbstdisziplin. Trotzdem sprechen die wenigsten offen darüber, obwohl PMS-Blähungen zu den häufigsten körperlichen Beschwerden im Rahmen des prämenstruellen Syndroms zählen. Was dahintersteckt, welche Beschwerden häufig dazukommen und was dir im Alltag helfen kann, liest du im Folgenden.

Sind Blähungen ein typisches PMS-Symptom?

Sind Blähungen ein typisches PMS-Symptom?

Ja, Blähungen zählen zu den klassischen körperlichen Symptomen von PMS, oft zusammen mit einem Völlegefühl und weiteren Veränderungen der Verdauung. Auch gynäkologische Fachverbände führen Blähungen und Völlegefühl unter den typischen körperlichen PMS-Beschwerden auf. Wie stark sich das bei dir bemerkbar macht, ist allerdings sehr individuell: Manche spüren kaum etwas, andere kämpfen jeden Zyklus aufs Neue mit einem spürbar aufgeblähten Bauch. Eine Befragung aus Kanada zeigte, dass die Mehrheit der befragten Personen vor der Periode unter Verdauungsbeschwerden litt, knapp ein Viertel davon berichtete zusätzlich von Durchfall. Insgesamt gehen Übersichtsarbeiten davon aus, dass ein erheblicher Teil der menstruierenden Personen zyklusbedingte PMS-Beschwerden erlebt. Du musst diese Schwankungen also nicht als Ausnahme oder Einbildung abtun, sie sind ein anerkanntes und gut beschriebenes Phänomen.

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Warum entstehen Blähungen bei PMS?

Warum entstehen Blähungen bei PMS?

Der Grund für den aufgeblähten Bauch liegt in den hormonellen Veränderungen der zweiten Zyklushälfte. Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel an, während Östrogen im Vergleich zur Zeit davor niedriger ausfällt. Diese Verschiebung wirkt sich direkt auf deine Verdauung aus: Der Darm arbeitet in dieser Phase bei vielen Menschen etwas träger, wodurch sich Gase leichter ansammeln können. Zusätzlich spielt das Gewebshormon Prostaglandin eine Rolle. Es beeinflusst nicht nur die Gebärmuttermuskulatur, sondern auch die Muskulatur im Darm, und kann so die Wasseraufnahme aus dem Darm verändern. Auch das Hormon Aldosteron ist beteiligt: Es reguliert deinen Wasser- und Salzhaushalt, und höhere Werte können dazu führen, dass sich dein Bauch zusätzlich aufgeschwemmt anfühlt. Begünstigend kommt bei manchen Menschen noch der typische Heißhunger auf fettige oder stark zuckerhaltige Speisen in dieser Phase dazu, denn große Mengen davon können die Verdauung zusätzlich fordern.

Welche Beschwerden können zusätzlich auftreten?

Welche Beschwerden können zusätzlich auftreten?

PMS-Blähungen treten selten isoliert auf. Häufig gesellen sich Völlegefühl und krampfartige Bauchschmerzen dazu, die entstehen, wenn sich die Darmmuskulatur unregelmäßig zusammenzieht. Manche Menstruierende bemerken in dieser Phase außerdem weicheren Stuhl oder Durchfall, was ebenfalls mit dem Prostaglandin-Einfluss auf den Darm zusammenhängt, das die Wasseraufnahme dort hemmt. Auch Wassereinlagerungen sind ein häufiger Begleiter, sie können sich an Händen, Füßen oder in der Brust bemerkbar machen. Wichtig zu wissen: Dabei handelt es sich um eingelagertes Wasser, nicht um eine echte Gewichtszunahme, auch wenn es sich auf der Waage kurzzeitig so anfühlen kann.

PMS-Blähungen: Was hilft?

PMS-Blähungen: Was hilft?

Die gute Nachricht ist, dass sich PMS-Blähungen mit ein paar gezielten Anpassungen im Alltag oft spürbar lindern lassen.

Alltagstipps: Ernährung, Bewegung und Entspannung

  • Trinken: Achte auf ausreichend Flüssigkeit, am besten stilles Wasser. Das unterstützt deine Verdauung und wirkt Wassereinlagerungen entgegen.
  • Ernährung: Eine etwas salzärmere Ernährung kann helfen, da weniger Salz auch weniger Wassereinlagerungen begünstigt. In den Tagen vor der Periode lohnt es sich außerdem, stark blähende Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln etwas zu reduzieren. Es geht dabei nicht um Verzicht oder strenge Regeln, sondern darum, herauszufinden, was deinem Körper in dieser Phase guttut.
  • Bewegung: Ein Spaziergang oder eine sanfte Bauchmassage können die Verdauung anregen und akute Beschwerden lindern.
  • Wärme und Entspannung: Wärme entspannt die Bauchmuskulatur, und da Stress Beschwerden wie Blähungen zusätzlich verstärken kann, helfen Entspannungstechniken wie eine ruhige Atemübung oder kurze Pausen im Alltag.

Wann Medikamente sinnvoll sein können

Bei akuten Beschwerden kann der Wirkstoff Simeticon helfen, kleine Gasblasen im Darm aufzulösen. Er ist in der Regel gut verträglich und in Apotheke oder Drogerie frei erhältlich. Wenn deine Verdauungsbeschwerden regelmäßig auftreten oder dich stark belasten, kann es sinnvoll sein, das ärztlich abklären zu lassen, um gemeinsam eine passende Behandlung zu finden.

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Wann sollten Blähungen ärztlich abgeklärt werden?

Wann sollten Blähungen ärztlich abgeklärt werden?

Starke oder wiederkehrende Krämpfe sowie Beschwerden, die ungewöhnlich lange anhalten, solltest du grundsätzlich ärztlich abklären lassen, insbesondere wenn zusätzlich Fieber oder starke Schmerzen auftreten.

  • Untypisches Muster: PMS-Blähungen sind an die zweite Zyklushälfte gebunden und bessern sich mit Einsetzen der Periode. Halten Blähungen dagegen über Wochen an oder folgen keinem erkennbaren zyklischen Muster, ist eine Abklärung sinnvoll.
  • Zusätzliche Beschwerden: Kommen ein anhaltendes Völlegefühl, ein spürbar veränderter Stuhlgang oder ein zunehmender Bauchumfang ohne erkennbaren Grund dazu, sollten diese Signale ernst genommen werden. Der Berufsverband der Frauenärzte weist darauf hin, dass solche unspezifischen Beschwerden in seltenen Fällen auch auf Erkrankungen der Eierstöcke hindeuten können.
  • Einordnung: Diese Anzeichen sind sehr unspezifisch und haben meist eine harmlose Ursache. Trotzdem gilt: Lieber einmal zu viel abklären lassen als eine ernstzunehmende Ursache zu übersehen.

Häufige Fragen zu PMS-Blähungen

Sind Blähungen vor der Periode normal?

Ja, Blähungen zählen zu den häufigen körperlichen PMS-Symptomen. Wie stark sie ausfallen, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Warum bekomme ich vor der Periode Blähungen?

Hormonelle Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte verlangsamen bei vielen Menschen die Verdauung und begünstigen Wassereinlagerungen, wodurch sich der Bauch aufgebläht anfühlen kann.

Was hilft gegen PMS-Blähungen?

Ausreichend trinken, eine salzärmere Ernährung, Bewegung und Wärme können die Beschwerden lindern. Bei akuten Blähungen kann außerdem Simeticon aus der Apotheke helfen.

Warum habe ich vor der Periode Blähungen und Durchfall?

Das Gewebshormon Prostaglandin kann die Wasseraufnahme im Darm hemmen, wodurch der Stuhl weicher wird. In Kombination mit der ohnehin veränderten Verdauung können so Blähungen und Durchfall gemeinsam auftreten.

Fazit: PMS-Blähungen verstehen und gezielt lindern

PMS-Blähungen sind ein weit verbreitetes und gut erklärbares Symptom, das eng mit den hormonellen Veränderungen deines Zyklus zusammenhängt. Du musst diese Beschwerden nicht einfach hinnehmen: Kleine Anpassungen bei Ernährung, Bewegung und Entspannung können spürbar helfen, und bei akuten Beschwerden gibt es auch medikamentöse Unterstützung. Achte gleichzeitig auf Warnzeichen wie untypische Muster oder lang anhaltende Beschwerden und lass diese ärztlich abklären, um auf der sicheren Seite zu sein.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du unsicher bist oder deine Beschwerden anhalten oder stärker werden, sprich mit deiner gynäkologischen Praxis oder einer ärztlichen Fachperson deines Vertrauens.

  1. „Die Wunderwaffe bei Blähbauch“ — isi-App
  2. „PMS-Symptome“ — isi-App
  3. „Verdauungsbeschwerden“ — isi-App
  4. „Krämpfe“ — isi-App
  5. „Schwellungen und Wassereinlagerungen“ — isi-App
  6. „Medikamente bei PMS und Verdauungsbeschwerden“ — isi-App
  7. „Magen-Darm-Beschwerden“ — isi-App
  8. Haußmann, J., Goeckenjan, M., Haußmann, R., Wimberger, P. (2024): „Prämenstruelles Syndrom und prämenstruelle dysphorische Störung – Übersicht zu Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie.“ Der Nervenarzt. DOI: 10.1007/s00115-024-01625-5
  9. „Prämenstruelles Syndrom (PMS) – Beschwerden & Symptome“ — frauenaerzte-im-netz.de (BVF)
  10. „Blähungen während der Periode: Ursachen & was hilft“ — dak.de (DAK-Gesundheit)
  11. „Unterbauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden können auf Eierstockkrebs hindeuten“ — frauenaerzte-im-netz.de (BVF)
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