Yoga bei PMS: Kann sanfte Bewegung deine Beschwerden lindern?

6 Min. Lesezeit

Wenn vor der Periode der Rücken zieht, der Kopf schwirrt und die Laune kippt, greifen viele irgendwann zur Yogamatte, oft mit der vagen Hoffnung, dass sanfte Bewegung irgendwie helfen könnte. Yoga wird bei PMS häufig empfohlen, aber lohnt sich das wirklich, oder ist das nur ein weiterer gut gemeinter Wellness-Tipp? Tatsächlich gibt es zu Yoga bei PMS mittlerweile eine ganze Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen. Im Folgenden schauen wir uns an, was diese Studien zeigen, warum Yoga überhaupt wirken kann, welche Übungen sich eignen und worauf du dabei achten solltest.

Kann Yoga bei PMS wirklich helfen?

Kurz gesagt: Die Evidenz deutet in eine positive Richtung, auch wenn die einzelnen Studien nicht perfekt sind.

Was die Studienlage zeigt

Mehrere systematische Übersichtsarbeiten mit eingeschlossenen randomisierten, kontrollierten Studien haben sich mittlerweile mit Yoga bei PMS beschäftigt. Sie kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Yoga emotionale, verhaltensbezogene und körperliche PMS-Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern kann. Auch verwandte Bewegungsformen wie Stretching wurden untersucht: Eine Studie aus dem Jahr 2022 fand, dass regelmäßiges Dehnen in Kombination mit Spaziergängen prämenstruelle Beschwerden reduzierte und die körperliche wie mentale Gesundheit der Teilnehmerinnen verbesserte. Wichtig für die Einordnung: Die einzelnen Studien sind meist recht klein, mit oft nur 30 bis 65 Teilnehmerinnen pro Gruppe, und methodisch nicht immer einheitlich. Große, besonders belastbare Studien fehlen bislang. Trotzdem ist die Richtung des Effekts über verschiedene Studien hinweg auffällig konsistent positiv, was Yoga zu einer der besser untersuchten Bewegungsformen bei PMS macht.

Auf welche Beschwerden Yoga wirken kann

Am besten belegt ist eine Wirkung auf Stress, Anspannung und Angst sowie auf körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen und Krämpfe im Unterbauch. Auch Stimmungsschwankungen werden in Studien häufig als gebessert beschrieben. Wie stark der Effekt bei dir persönlich ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab, etwa wie regelmäßig du praktizierst und welche Beschwerden bei dir im Vordergrund stehen. Yoga ersetzt dabei keine andere notwendige Behandlung, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Einen Überblick über die weiteren Möglichkeiten findest du unter PMS: Was hilft wirklich?.

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Warum wirkt Yoga bei PMS?

Der positive Effekt lässt sich sowohl körperlich als auch mental erklären.

Körperliche Effekte: Durchblutung, Verspannungen, Endorphine

Bewegung im Allgemeinen fördert die Durchblutung und kann dadurch Verspannungen lösen, etwa im unteren Rücken, der bei PMS häufig betroffen ist. Gleichzeitig schüttet dein Körper bei körperlicher Aktivität Endorphine aus, körpereigene Botenstoffe mit schmerzlindernder und stimmungsaufhellender Wirkung. Sanftes Dehnen aktiviert außerdem das parasympathische Nervensystem, also den Teil deines Nervensystems, der für Erholung und Ruhe zuständig ist, und wirkt damit dem in dieser Zeit oft überaktiven Stresssystem entgegen. Das kann sich direkt auf Krämpfe und Muskelverspannungen auswirken.

Mentale Effekte: Körperwahrnehmung und Stressabbau

Regelmäßige Yogapraxis schult außerdem die Wahrnehmung für den eigenen Körper. Du lernst mit der Zeit besser einzuschätzen, was dir in einem bestimmten Moment guttut, und kannst eigene Grenzen leichter erkennen und respektieren. Die bewusste Verbindung von Bewegung und Atmung wirkt zudem beruhigend auf das Nervensystem, was sich auf Dauer auch außerhalb der Yogamatte bemerkbar machen kann: Viele berichten, dass sie mit regelmäßiger Praxis insgesamt gelassener durch die PMS-Tage kommen. Gerade bei innerer Unruhe kann das ein spürbarer Unterschied sein.

Welche Yoga-Übungen eignen sich bei PMS?

Für die PMS-Phase eignen sich vor allem sanfte, dehnende Übungen statt intensiver Anstrengung.

Sanfte Dehnübungen für Unterbauch und Rücken

  • Schmetterling in Rückenlage: Fußsohlen aneinanderlegen, Knie sanft nach außen sinken lassen, dabei ruhig ein- und ausatmen. Löst Spannung im Unterbauch.
  • Beine über die Seite ablegen: Ein Bein über das andere legen und sanft zur Seite sinken lassen, dehnt die untere Rückenmuskulatur.
  • Happy Baby: Beide Beine anziehen, Fußsohlen greifen und sanft zu dir heranziehen, öffnet die Hüften.
  • Herabschauender Hund zu Taube: Aus dem herabschauenden Hund ein Knie nach vorne bringen, aufrichten und die Hüfte dehnen, danach in den liegenden Schwan ablegen.

Wichtig ist bei allen Übungen, nur so weit zu gehen, wie es sich angenehm anfühlt, und die Atmung dabei ruhig fließen zu lassen.

Atemübungen bei Ärger und Reizbarkeit

Neben Dehnübungen gehören auch gezielte Atemtechniken zum Yoga. Eine kühlende, ausgleichende Atemübung kann helfen, aufkommenden Ärger oder Reizbarkeit in dem Moment abzufangen, in dem sie entstehen, sowohl während der PMS-Zeit als auch außerhalb davon. Dabei atmest du bewusst langsam und tief, was das Nervensystem beruhigt und die automatische Stressreaktion unterbricht. Schon wenige bewusste Atemzüge können reichen, um innerlich wieder etwas Abstand zu einer aufwühlenden Situation zu gewinnen.

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Yoga bei PMS: Worauf du achten solltest

Damit Yoga wirklich guttut, sind ein paar Punkte wichtig.

Auf den Körper hören statt Leistung erbringen

Gerade in der PMS-Phase ist dein Energielevel oft niedriger als sonst, und das ist kein Grund zur Selbstkritik. Führe Übungen langsam aus und nur so weit, wie es sich für dich gut anfühlt, es geht nicht darum, eine Bestleistung zu erzielen. Wenn eine Übung unangenehm ist oder wehtut, brich sie ab. Manche berichten, dass sie sich in dieser Phase über eingeschränkte Beweglichkeit oder weniger Kraft frustrieren, dabei ist es völlig normal, dass der Körper an manchen Tagen weniger leisten kann als an anderen. Freundlichkeit dir selbst gegenüber gehört hier genauso dazu wie die Übung selbst.

Wann Yoga nicht die richtige Wahl ist

  • Nach Operationen oder bei erhöhtem Verletzungsrisiko solltest du Übungen vorher mit deiner behandelnden Fachperson absprechen.
  • Bei akuten, starken Schmerzen ist Zurückhaltung sinnvoller als Durchhalten.
  • Übermäßige körperliche Aktivität kann PMS-Beschwerden in manchen Fällen sogar verstärken, achte deshalb auf ein moderates Maß statt auf Intensität.
  • Wenn deine Beschwerden trotz regelmäßiger Praxis stark bleiben, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, Yoga ersetzt keine notwendige Behandlung.

Häufige Fragen zu Yoga bei PMS

Hilft Yoga wirklich gegen PMS?

Mehrere systematische Übersichtsarbeiten über randomisierte Studien deuten auf eine positive Wirkung auf körperliche und psychische PMS-Symptome hin. Die Einzelstudien sind allerdings meist klein, sodass die Evidenz solide, aber nicht erschöpfend ist.

Welches Yoga eignet sich bei PMS?

Sanftes, dehnendes Yoga mit Fokus auf Unterbauch, Rücken und Hüften eignet sich in der PMS-Phase meist besser als intensive, kraftbetonte Yogastile.

Wie oft sollte ich Yoga bei PMS machen?

Regelmäßigkeit scheint wichtiger zu sein als die Häufigkeit einzelner Einheiten. Schon kurze, dafür regelmäßige Übungseinheiten über mehrere Zyklen hinweg können einen spürbaren Unterschied machen.

Kann Yoga auch während der Periode helfen?

Ja, sanfte Dehnübungen können auch während der Periode Krämpfe und Verspannungen lindern. Höre dabei besonders auf dein Energielevel und wähle eher ruhige, wenig anstrengende Übungen.

Ersetzt Yoga eine ärztliche Behandlung?

Nein. Yoga kann eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzt aber keine notwendige ärztliche oder therapeutische Behandlung, insbesondere bei starken oder anhaltenden Beschwerden.

Fazit: Yoga als sanfte Unterstützung bei PMS

Yoga bei PMS ist mehr als ein vager Wellness-Tipp: Mehrere systematische Übersichtsarbeiten über randomisierte Studien sprechen für eine echte, wenn auch nicht überwältigend stark belegte Wirkung auf körperliche und psychische Beschwerden. Der Effekt lässt sich sowohl körperlich, über Durchblutung, Verspannungslösung und Endorphine, als auch mental, über Körperwahrnehmung und Stressabbau, erklären. Sanfte Dehnübungen für Unterbauch und Rücken sowie gezielte Atemtechniken eignen sich besonders gut für die PMS-Phase. Wichtig ist, dabei auf den eigenen Körper zu hören statt Leistung erbringen zu wollen, und bei starken oder anhaltenden Beschwerden trotzdem ärztlichen Rat einzuholen. Yoga kann eine wertvolle Ergänzung in deinem Umgang mit PMS sein, aber eben eine Ergänzung, kein Allheilmittel.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Er dient deiner Information und Orientierung. Wenn dich deine Beschwerden stark belasten oder du unsicher bist, wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine physiotherapeutische Fachperson.

  1. „Finde deinen Flow: Yoga bei PMS“ — isi-App
  2. „Yoga bei PMS“ — isi-App
  3. „Sanftes Yoga bei PMS“ — isi-App
  4. „Warum Yoga?“ — isi-App
  5. „Sport und PMS“ — isi-App
  6. „Stretching und PMS“ — isi-App
  7. „Warum Entspannung?“ — isi-App
  8. „Yoga-Flow: Hund – Taube – Schwan“ — isi-App
  9. The Effect of Yoga Therapy in Premenstrual Syndrome: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. Journal of Obstetrics and Gynaecology Canada, 2024.
  10. Evaluation of the effectiveness of yoga in management of premenstrual syndrome: a systematic review and meta-analysis. 2022.
  11. Sureshkumar, S. The Effects of stretching exercises and walking in premenstrual syndrome. Journal of Pharmaceutical Negative Results, 2022.
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