PMS: Was hilft wirklich? Der Überblick über alle Behandlungsmöglichkeiten

5 Min. Lesezeit

Kaum ist die Frage „Was ist eigentlich PMS?“ geklärt, kommt meist gleich die nächste: Was kann ich dagegen tun? Die ehrliche Antwort ist, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten, von kleinen Alltagsanpassungen bis zu medizinischen Behandlungen. Dieser Artikel gibt dir einen Überblick über alle wichtigen Ansatzpunkte und verweist dich an den passenden Stellen auf vertiefende Artikel.

Warum es nicht die eine Lösung gibt

PMS entsteht nicht durch zu viele oder zu wenige Hormone, sondern dadurch, dass manche Menschen besonders empfindlich auf die ganz normalen hormonellen Schwankungen im Zyklus reagieren. Weil diese Empfindlichkeit und die Symptome selbst von Person zu Person stark variieren, wirkt auch nicht jede Maßnahme bei jedem Menschen gleich gut. Was bei einer Person die Beschwerden deutlich lindert, kann bei einer anderen kaum einen Unterschied machen. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Ansätze auszuprobieren und herauszufinden, was für dich persönlich funktioniert.

Lebensstil-Änderungen bei PMS

Für viele ist der Lebensstil der erste und niedrigschwelligste Ansatzpunkt.

Ernährung

Eine ausgewogene, eher entzündungshemmende Ernährung, wie sie zum Beispiel die mediterrane Ernährung bietet, kann sich positiv auf Verdauung, Energielevel und allgemeines Wohlbefinden auswirken. Mehr dazu, welche Ernährungsweise sich bei PMS besonders bewährt hat, findest du unter Ernährung bei PMS.

Bewegung und Yoga

Regelmäßige Bewegung wirkt sich in Studien positiv auf körperliche und psychische PMS-Beschwerden aus, unter anderem, weil dabei Endorphine ausgeschüttet und Stresshormone abgebaut werden. Besonders gut untersucht ist Yoga bei PMS, das sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene wirken kann. Wichtig ist dabei weniger die Sportart selbst als die Regelmäßigkeit.

Schlaf und Stressmanagement

Stress kann PMS-Beschwerden zusätzlich verstärken, umgekehrt kann Stressabbau viele Symptome lindern. Feste Routinen, Entspannungstechniken und eine gute Schlafhygiene unterstützen deinen Körper dabei, mit den hormonellen Schwankungen besser zurechtzukommen. Ausreichend Schlaf, also mindestens sieben Stunden, wird in mehreren Untersuchungen mit spürbar weniger ausgeprägten PMS-Beschwerden in Verbindung gebracht.

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Nährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel

Rund um PMS kursieren im Internet zahlreiche Supplement-Empfehlungen, aber nicht alles, was online gehypt wird, ist auch gut belegt. Einige Nährstoffe haben allerdings eine nachvollziehbare wissenschaftliche Grundlage:

  • Calcium: Mehrere Studien zeigen, dass eine tägliche Zufuhr von 500 bis 1.200 Milligramm PMS-Beschwerden deutlich lindern kann. Calcium steckt unter anderem in Milchprodukten und grünem Gemüse.
  • Magnesium: Kann besonders bei Krämpfen, Spannungskopfschmerzen und innerer Anspannung unterstützend wirken.
  • Vitamin B6: Spielt eine Rolle im Stoffwechsel von Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin und kann sich auf emotionale Symptome auswirken.
  • Vitamin D: Ein Mangel wird mit stärkeren PMS-Beschwerden in Verbindung gebracht, ein Bluttest zeigt, ob eine Ergänzung sinnvoll ist.
  • Melatonin: Erste Hinweise deuten auf eine mögliche Verbesserung von Schlaf und PMS-Symptomen hin, die Studienlage ist hier aber noch dünn.

Für hochdosiertes Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren oder Detox-Kuren gibt es dagegen bislang keine oder nur sehr schwache Belege bei PMS, trotz gegenteiliger Versprechen in sozialen Medien.

Pflanzliche Präparate

Auch aus der Pflanzenheilkunde gibt es Optionen, allerdings mit unterschiedlich guter Studienlage.

Mönchspfeffer

Mönchspfeffer gilt als das am besten untersuchte pflanzliche Mittel bei PMS. Er wirkt über eine Senkung des Hormons Prolaktin und zeigt in Studien vor allem bei prämenstruellem Brustspannen sowie bei mäßigen PMS-Symptomen eine gute Wirksamkeit, meist bei einer Einnahme über mindestens drei Monate. Bei stark ausgeprägten depressiven Symptomen oder starken Schmerzen reicht er häufig nicht aus.

Johanniskraut

Johanniskraut wird traditionell bei Stimmungsschwankungen, Nervosität und Gefühlschaos vor der Periode eingesetzt und ist als pflanzliches Arzneimittel bei leichten bis mittelschweren Depressionen anerkannt. Wichtig ist die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, insbesondere mit der Pille und anderen Antidepressiva, die eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme sinnvoll macht.

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Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

Reichen Lebensstil, Nährstoffe und pflanzliche Mittel nicht aus, gibt es weitere, ärztlich begleitete Optionen.

Hormonelle Verhütung

Bestimmte kombinierte hormonelle Verhütungsmittel können den Eisprung unterdrücken und dadurch die starken Hormonschwankungen der zweiten Zyklushälfte abschwächen, was bei manchen Menschen sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden lindert. Am besten untersucht ist die Kombination mit dem Gestagen Drospirenon. Nicht jede Pille wirkt aber gleich gut, und manchmal bleiben Beschwerden auch trotz Pille bestehen oder werden sogar stärker. Eine individuelle ärztliche Beratung ist hier besonders wichtig.

Was hilft bei welchen Beschwerden am ehesten?

Je nachdem, welche Beschwerden bei dir im Vordergrund stehen, sind unterschiedliche Ansätze besonders vielversprechend:

  • Bei körperlichen Beschwerden wie Krämpfen und Kopfschmerzen: Magnesium, Bewegung und Wärme
  • Bei Brustspannen: Mönchspfeffer
  • Bei Stimmungsschwankungen und leichten depressiven Verstimmungen: Johanniskraut, Bewegung, Stressreduktion
  • Bei stark ausgeprägten psychischen Symptomen und PMDS: hormonelle Behandlung, in Kombination mit Psychotherapie

Diese Zuordnung ist eine grobe Orientierung, keine feste Regel. In den einzelnen Symptom-Artikeln, etwa zu Übelkeit, Kopfschmerzen oder Depressionen, gehen wir jeweils genauer darauf ein, was speziell bei diesem Symptom hilft.

Wann ist ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Beratung lohnt sich,

  • wenn Lebensstil-Maßnahmen und frei verkäufliche Präparate nach einigen Monaten keine spürbare Besserung bringen,
  • wenn deine Beschwerden deinen Alltag, deine Beziehungen oder deine Arbeit stark einschränken,
  • wenn du eine PMDS vermutest,
  • oder wenn du mehrere Präparate gleichzeitig einnehmen möchtest und dir bei möglichen Wechselwirkungen unsicher bist.

Häufige Fragen: Was hilft bei PMS?

Was hilft am schnellsten gegen akute PMS-Beschwerden?

Bei akuten Beschwerden können Wärme, Bewegung und Entspannungstechniken kurzfristig Linderung bringen. Für eine spürbare Wirkung über mehrere Zyklen hinweg braucht es meist eine regelmäßige, längerfristige Anwendung.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel wirklich bei PMS?

Für einige Nährstoffe wie Calcium und Magnesium gibt es eine nachvollziehbare Studienlage, für viele im Internet beworbene Präparate dagegen nicht. Eine Rücksprache in der Apotheke oder ärztlichen Praxis hilft bei der Einordnung.

Ist Mönchspfeffer oder Johanniskraut besser bei PMS?

Das hängt von den Beschwerden ab: Mönchspfeffer wirkt vor allem bei Brustspannen und mäßigen PMS-Symptomen, Johanniskraut eher bei Stimmungsschwankungen und leichten depressiven Verstimmungen.

Wann kommt die Pille bei PMS infrage?

Vor allem, wenn die Beschwerden stark zyklusabhängig sind und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Welche Pille infrage kommt, klärst du am besten individuell ärztlich ab.

Was hilft bei PMDS, wenn PMS-Tipps nicht ausreichen?

Bei PMDS kommen häufiger gezielte hormonelle Behandlungen zum Einsatz, oft in Kombination mit Psychotherapie, da allgemeine Lebensstil-Maßnahmen allein meist nicht ausreichen. Welche medikamentösen Optionen infrage kommen, klärst du am besten ärztlich ab.

Fazit: PMS-Behandlung ist individuell

Bei PMS gibt es kein Patentrezept, aber eine breite Palette an Möglichkeiten, von Ernährung, Bewegung und Stressmanagement über Nährstoffe und pflanzliche Präparate bis zu hormonellen Behandlungen. Welche Kombination für dich am besten funktioniert, hängt von deinen individuellen Beschwerden ab und lässt sich oft nur durch Ausprobieren herausfinden. Bei stark belastenden Beschwerden oder dem Verdacht auf PMDS lohnt sich eine ärztliche Abklärung, um gemeinsam die passende Strategie zu finden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Er dient deiner Information und Orientierung. Wenn dich deine Beschwerden stark belasten oder du unsicher bist, wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine Apotheke.

  1. „Heilpflanzen bei PMS“ — isi-App
  2. „Mönchspfeffer“ — isi-App
  3. „Mönchspfeffer Pro & Contra“ — isi-App
  4. „Diese Nahrungsergänzungsmittel helfen bei PMS“ — isi-App
  5. „Alternative Behandlungsansätze“ — isi-App
  6. „Medikamente bei PMS – Hormontherapie“ — isi-App
  7. „Hilft die Pille bei PMS?“ — isi-App
  8. „PMDS und Hormontherapie“ — isi-App
  9. „PMS & Ernährung: Verdauung im Gleichgewicht“ — isi-App
  10. „Finde deinen Flow: Yoga bei PMS“ — isi-App
  11. „Sport und PMS“ — isi-App
  12. „Stress und PMS“ — isi-App
  13. „Schlaf dich fit: Dein Weg zu tiefer Erholung“ — isi-App
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